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ToggleImmobilienfinanzierung in Frankreich: So erhalten deutsche Käufer einen Kredit
Eine der ersten Fragen, die deutsche Käufer stellen, sobald sie sich ernsthaft mit einer Immobilie in Frankreich beschäftigen, lautet: Kann ich das überhaupt finanzieren, ohne in Frankreich zu leben oder zu arbeiten? Die Antwort ist ja — aber der Weg dorthin unterscheidet sich in mehreren wichtigen Punkten von dem, was in Deutschland üblich ist.
Viele gehen zunächst davon aus, dass nur eine deutsche Bank infrage kommt. In der Praxis vergeben auch französische Banken regelmäßig Kredite an deutsche Staatsangehörige — teils zu Konditionen, die günstiger ausfallen als erwartet, wenn die Unterlagen richtig aufbereitet sind.
Wie sich die französische Kreditvergabe von der deutschen unterscheidet
Französische Banken bewerten die Kreditwürdigkeit anders als deutsche Institute. Statt einer Schufa-Auskunft zählt vor allem das Verhältnis von monatlicher Kreditrate zu Nettoeinkommen — der sogenannte „taux d’endettement“. Dieser darf in der Regel 35 Prozent des Nettoeinkommens nicht überschreiten, inklusive aller bestehenden Kreditverpflichtungen. Wer diese Kennzahl kennt und seine Unterlagen entsprechend vorbereitet, verhandelt von einer deutlich stärkeren Position aus.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Zinsstruktur: In Frankreich sind Festzinsdarlehen über die gesamte Laufzeit die Norm, nicht nur für 10 oder 15 Jahre wie in Deutschland oft üblich. Das gibt Planungssicherheit über die gesamte Kreditlaufzeit, verlangt im Gegenzug aber auch eine solidere Vorabprüfung durch die Bank.
Welche Unterlagen französische Banken erwarten
Für nicht-französische Käufer verlangen die meisten Banken: die letzten drei Gehaltsabrechnungen, die letzten zwei bis drei Steuerbescheide, Kontoauszüge der vergangenen drei Monate, einen Nachweis über bestehendes Eigenkapital sowie — bei Selbstständigen — die Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Jahre. Wichtig: Diese Unterlagen sollten möglichst mit einer französischen Übersetzung eingereicht werden, auch wenn die Bank Englisch oder Deutsch versteht — es beschleunigt die interne Prüfung erheblich.
Für Käufer ohne Wohnsitz in Frankreich verlangen viele Banken zusätzlich einen höheren Eigenkapitalanteil — häufig 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises, teils auch mehr, je nach Bank und Profil. Das ist höher als bei Käufern mit französischem Wohnsitz, aber deutlich erreichbarer, als viele deutsche Käufer zunächst annehmen.
Der Ablauf bis zur Kreditzusage
Sinnvoll ist es, bereits vor der ersten Besichtigung eine Finanzierungsvoranfrage zu stellen. Eine solche vorläufige Zusage — vergleichbar mit einer Finanzierungsbestätigung — stärkt die eigene Position bei Preisverhandlungen erheblich, da Verkäufer in Frankreich ernsthaften, finanziell geprüften Käufern klar den Vorzug geben. Nach der Unterschrift des Vorvertrags bleibt in der Regel ein Zeitfenster von 45 bis 60 Tagen, um die endgültige Finanzierungszusage einzuholen — diese Frist ist im Vorvertrag als aufschiebende Bedingung verankert und schützt den Käufer, falls die Finanzierung am Ende doch nicht zustande kommt.
Mehr zum gesamten Kaufablauf, in den sich die Finanzierung einfügt, finden Sie im Leitfaden zum Immobilienkauf in Frankreich.
Warum eine unabhängige Begleitung bei der Finanzierung hilft
Die größte Fehlerquelle bei deutschen Käufern ist nicht die Bonität selbst, sondern die Form: Unterlagen, die für eine deutsche Bank perfekt aufbereitet wären, entsprechen oft nicht dem, was eine französische Bank erwartet — mit der Folge unnötiger Verzögerungen oder sogar Absagen, die sich hätten vermeiden lassen. Eine unabhängige Ankaufsmaklerin kennt diese Anforderungen aus der laufenden Praxis und kann frühzeitig einschätzen, welche Bank für welches Profil realistisch infrage kommt.
Häufig gestellte Fragen rund um Finanzierung, Vorkaufprüfung und Notaranbindung beantwortet außerdem die Übersicht häufiger Fragen zum Immobilienkauf in Frankreich. Einen breiteren Marktüberblick, in den sich die Finanzierungsfrage einordnet, bietet zusätzlich die Seite zur Immobiliensuche in Frankreich für deutsche Käufer.
Neubau oder Bestandsimmobilie — unterschiedliche Finanzierungslogik
Wer eine Bestandsimmobilie kauft, erhält die Kreditsumme bei Unterzeichnung der Kaufurkunde in der Regel als einmalige Auszahlung. Bei einem Neubaukauf „sur plan“ (vente en état futur d’achèvement, kurz VEFA) läuft die Auszahlung dagegen gestaffelt nach Baufortschritt — üblicherweise in Tranchen von 35 Prozent bei Fundamentabschluss, 70 Prozent bei Fertigstellung des Rohbaus und dem Rest bei Übergabe. Dieses System unterscheidet sich spürbar vom deutschen Bauträgerrecht und sollte bei der Finanzierungsplanung eines Neubauprojekts von Anfang an mit der Bank abgestimmt werden, da sich daraus auch die Zinsbelastung während der Bauphase anders berechnet als bei einem klassischen Bestandskauf.
Zinsniveau und typische Konditionen 2026
Die Zinsen für Immobilienkredite in Frankreich bewegen sich 2026 in einem Rahmen, der stark vom individuellen Profil, der Laufzeit und dem Verhältnis zwischen Eigenkapital und Kreditsumme abhängt. Grundsätzlich gilt: Wer mehr Eigenkapital einbringt und eine kürzere Laufzeit wählt, erhält bessere Konditionen — dieselbe Logik wie in Deutschland, allerdings mit einer stärkeren Gewichtung des taux d’endettement als reines Entscheidungskriterium. Ein unabhängiger Finanzierungsvergleich zwischen mehreren französischen Banken lohnt sich in fast jedem Fall, da die Angebote je nach Bank und aktueller Risikobereitschaft teils deutlich voneinander abweichen können.
Typische Finanzierungsfehler deutscher Käufer
Der häufigste Fehler ist, die Finanzierungsanfrage erst zu stellen, nachdem bereits ein konkretes Objekt gefunden wurde — dann bleibt oft zu wenig Zeit, um mehrere Bankangebote seriös zu vergleichen. Ein zweiter häufiger Fehler ist die Unterschätzung der Bearbeitungszeit: Während deutsche Banken bei guter Bonität oft innerhalb weniger Tage eine Zusage erteilen, kalkulieren französische Banken für ausländische Käufer realistischerweise mit drei bis sechs Wochen bis zur endgültigen Kreditzusage. Wer diesen Zeitrahmen von Anfang an einplant, vermeidet unnötigen Druck kurz vor Ablauf der im Vorvertrag vereinbarten Finanzierungsfrist.
Sonderfall Selbstständige und Freiberufler
Für Selbstständige und Freiberufler gestaltet sich die Bonitätsprüfung bei französischen Banken naturgemäß aufwendiger als bei Angestellten mit festem Gehalt. Verlangt werden in der Regel die testierten Jahresabschlüsse der letzten zwei bis drei Geschäftsjahre, eine Übersicht über laufende Aufträge oder Verträge sowie oft eine Stellungnahme des eigenen Steuerberaters zur erwarteten Einkommensentwicklung. Wichtig ist dabei: Ein schwankendes, aber im Durchschnitt solides Einkommen wird von französischen Banken grundsätzlich nicht schlechter bewertet als ein Angestelltengehalt — es muss nur nachvollziehbar und vollständig dokumentiert sein. Wer diese Unterlagen bereits vor der ersten Bankanfrage strukturiert zusammenstellt, verkürzt den gesamten Prüfprozess spürbar.
Auch bei Grenzgängern, die ihr Einkommen in Deutschland erzielen, aber im Elsass kaufen möchten, verlangen Banken meist zusätzlich einen Nachweis der Sozialversicherungspflicht sowie eine Übersicht laufender Verpflichtungen in beiden Ländern, um eine vollständige Bonitätsprüfung nach französischem Standard vornehmen zu können.
Sie planen eine Immobilie in Straßburg, dem Elsass oder anderswo in Frankreich und möchten wissen, wie Ihre persönliche Finanzierungssituation eingeschätzt wird? Kontaktieren Sie SHOKO für eine erste Einschätzung.
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